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Ratgeber

Lagerverwaltung für kleine Betriebe ohne ERP: So bekommst du Ordnung ins Lager

Viele kleine Betriebe haben kein ERP und führen ihr Lager trotzdem nicht im Kopf, sondern in Zetteln, Tabellen und Erfahrung. Das funktioniert, bis jemand krank ist oder der Bestand nicht mehr stimmt. Dieser Text zeigt, was eine Lagerverwaltung ohne ERP mindestens können muss, welche drei Wege es gibt und woran du erkennst, welcher zu deinem Betrieb passt.

  • 5 Min. Lesezeit
Auf dieser Seite8 Abschnitte
  1. 01Was ein kleines Lager wirklich braucht
  2. 02Woran du merkst, dass dein Lager nicht mehr mitkommt
  3. 03Drei Wege ohne ERP
  4. 04Die Entscheidung: Wo hängt dein Lager im Auftrag?
  5. 05Praxisbeispiel: Das Werkzeuglager bei Fits Metall
  6. 06So gehst du in vier Schritten vor
  7. 07Wann du keine Software brauchst
  8. 08Wenn du prüfen willst, was bei dir passt
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Was ein kleines Lager wirklich braucht

Ein ERP-System bringt Einkauf, Buchhaltung, Produktion und Lager in einem Programm zusammen. Für einen Betrieb mit zehn oder dreißig Leuten ist das oft zu viel. Die Lagerverwaltung selbst ist dagegen schlicht: Du musst wissen, was da ist, wo es liegt und was gerade weggeht.

Aus diesen drei Fragen ergibt sich die Mindestausstattung. Alles darüber hinaus ist Komfort, den du später ergänzen kannst.

  1. 1Artikelstamm: Jeder Artikel hat eine eindeutige Nummer, eine Bezeichnung und eine Einheit. „Rohr 40 mm“ und „Rundrohr 40“ dürfen nicht zwei Einträge sein.
  2. 2Lagerort: Jeder Artikel hat einen festen Platz, auch wenn er nur „Regal 3, Fach B“ heißt. Ohne Ort suchst du, und Suchen ist die größte versteckte Zeitverschwendung im Lager.
  3. 3Bewegungen: Jeder Zugang und jeder Abgang wird mit Datum, Menge und Grund erfasst. Der Bestand ist dann keine Zahl, die jemand pflegt, sondern das Ergebnis aus allen Bewegungen.
  4. 4Mindestbestand: Für die Artikel, die dich bei Ausfall aufhalten, gibt es eine Meldegrenze. Sie löst die Nachbestellung aus, bevor der Auftrag wartet.
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Woran du merkst, dass dein Lager nicht mehr mitkommt

Der Bestand im System stimmt selten auf einmal nicht mehr. Er driftet. Zuerst fehlt eine Entnahme, dann wird zweimal bestellt, weil niemand nachgesehen hat, und irgendwann vertraut keiner mehr der Liste.

Prüf es mit einem einfachen Test: Zähl zehn Artikel im Regal und vergleiche sie mit deiner Liste. Weichen mehr als zwei ab, hast du ein Datenproblem, kein Lagerproblem. Dann hilft ein größeres Regal nicht, sondern nur ein Weg, Bewegungen sofort zu erfassen.

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Drei Wege ohne ERP

Du musst nicht gleich ein ganzes ERP einführen. Es gibt drei Wege, und sie unterscheiden sich vor allem darin, wie viel von deinem Ablauf sie mitmachen.

  1. 1Tabelle mit festen Regeln: Eine Datei mit Artikelstamm und einer Bewegungsliste, in die nur eine Person schreibt. Das reicht für wenige hundert Artikel und einen Standort. Es scheitert, sobald mehrere Leute gleichzeitig entnehmen.
  2. 2Standard-Lagersoftware: Fertige Programme bilden Artikel, Lagerorte und Bewegungen ab. Sie sind schnell eingerichtet und passen, wenn dein Lager wie ein klassisches Warenlager funktioniert: Ware kommt rein, Ware geht raus.
  3. 3Eigene Lösung: Sie lohnt sich, wenn dein Lager Teil des Auftragsablaufs ist, also wenn Material, Werkzeug oder Zeit einem bestimmten Auftrag zugeordnet werden müssen und kein Standardprogramm diesen Ablauf kennt.
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Die Entscheidung: Wo hängt dein Lager im Auftrag?

Die meisten Vergleichsseiten für Lagerverwaltung gehen von einem reinen Warenlager aus. Für einen Betrieb, der Aufträge fertigt, ist das die falsche Frage. Entscheidend ist, ob dein Lager getrennt vom Auftrag läuft oder mit ihm verbunden sein muss.

Stell dir diese Frage: Muss ich nach einem Auftrag wissen, welches Material und welche Arbeitszeit er gekostet hat? Wenn ja, reicht eine Bestandsliste nicht, denn sie sagt dir nur, was im Regal liegt, nicht wofür es verbraucht wurde. Dann brauchst du eine Verbindung zwischen Lager und Auftrag.

Wenn nein, etwa weil du Handelsware verkaufst und nur die Menge zählt, ist eine Standardsoftware fast immer der günstigere und schnellere Weg.

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Praxisbeispiel: Das Werkzeuglager bei Fits Metall

Fits Metall handelt mit Stahl, Edelstahl und Aluminium und bearbeitet die Produkte in der eigenen Fertigung. Mit wachsendem Auftragsvolumen fehlte der Überblick, welcher Auftrag an welcher Kostenstelle liegt und wo sich welches Werkzeug gerade befindet.

Eine Standardlösung, die Aufträge, Zeiten und Werkzeuge in einem System abbildet, gab es für diese Abläufe nicht. Gebaut wurde deshalb eine individuelle Software, in der das Lager kein eigenes Programm ist, sondern ein Teil des Auftragsdurchlaufs. Das integrierte Werkzeuglager zeigt jederzeit, wo sich jedes Werkzeug befindet und ob es gerade in Benutzung ist.

Die Software ist seit über sechs Jahren im täglichen Einsatz und hat mehr als 167.000 Arbeitsprozesse erfasst. Der Punkt für dich: Die Lagerfragen waren dieselben wie oben, nämlich was ist da, wo liegt es, wer hat es. Neu war nur, dass die Antwort an den Auftrag gekoppelt ist. Mehr zum Projekt steht in der Referenz Fits Metall.

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So gehst du in vier Schritten vor

Egal, welchen Weg du wählst: Diese Reihenfolge spart dir Umwege.

  1. 1Bereinige den Artikelstamm. Lege je Artikel eine Nummer fest und führe Dubletten zusammen. Das dauert einen Nachmittag und ist die Grundlage für jede Lösung.
  2. 2Gib jedem Artikel einen Lagerort und beschrifte die Regale. Ohne beschriftetes Lager hilft dir auch die beste Software nicht.
  3. 3Lege fest, wer Bewegungen erfasst und wann. Der Zeitpunkt zählt: direkt bei der Entnahme, nicht am Abend aus dem Gedächtnis.
  4. 4Starte mit den zwanzig Artikeln, die dich bei Ausfall am meisten aufhalten. Setz dort Mindestbestände und erweitere erst, wenn es läuft.
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Wann du keine Software brauchst

Hast du ein überschaubares Lager, eine Person, die entnimmt, und wenige Artikel, ist eine gepflegte Tabelle völlig in Ordnung. Software löst kein Ordnungsproblem, das du vorher nicht gelöst hast. Wer Artikel doppelt benennt und Regale nicht beschriftet, hat danach ein digitales Chaos statt eines Zettelchaos.

Der Wechsel lohnt sich, wenn mehrere Leute gleichzeitig am Lager arbeiten, wenn Material einem Auftrag zugeordnet werden muss oder wenn du Bestellungen aus dem Lagerstand ableiten willst.

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Wenn du prüfen willst, was bei dir passt

Wenn dein Lager Teil deines Auftragsablaufs ist und du dafür eine eigene Lösung erwägst, schau dir unsere Leistung individuelle Software an. Im kostenlosen, unverbindlichen Erstgespräch klären wir, ob eine Standardsoftware reicht oder ob sich etwas Eigenes lohnt. Dazu gehört auch die Antwort, dass für dich eine saubere Tabelle genügt, wenn das so ist.

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